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Starkes Zugpferd im Spirituosenregal

Montag, 01. Oktober 2018

Uisce beatha (irisch: das Wasser des Lebens) bezeichnet die Kategorie Whisky, die den deutschen Spirituosenmarkt ähnlich wie Gin seit Jahren mit dynamischen Zuwächsen beflügelt. Im Gegensatz zu Gin befindet sich Whisky aber bereits auf deutlich höherem Absatzniveau und zeigt auch steigende Durchschnittspreise, wie aktuelle Marktforschungszahlen von Nielsen bescheinigen. Insbesondere schottischer, amerikanischer und irischer Whisk(e)y treiben die positive Entwicklung voran; sie bleiben damit die wichtigsten Ursprungsländer, obwohl weltweit Whisky produziert wird. Aus Verbrauchersicht sprechen viele Gründe für den Genuss: die traditionsreiche und solide Handwerkskunst hinter Whisky, das emotionalisierende Story-telling oder die grosse Geschmacksvielfalt, die «Einsteiger» mit milden und fruchtigen Whisky-Varianten ebenso anspricht wie «Connaisseure» mit ausgefeilten Geschmacksprofilen. Ebenso zahlen die blühende Barkultur mit ihren Cocktailkreationen auf Whisky-basis sowie der klassische Genuss pur und auf Eis auf das Konto dieser vielseitigen Spirituose ein. Die zunehmende Beliebtheit von Whisky führt man bei Pernod Ricard unter anderem darauf zurück, dass die Spirituose in der Barszene vermehrt gemixt mit Ginger-Ale und Cola genossen wird. Der LEH habe hier die Möglichkeit, daran anzuknüpfen und die Nachfrage dementsprechend zu bedienen.

Steigende Durchschnittspreise

Besonderen Reiz geniessen im Zuge der Premiumisierung erstklassige Whisky-Sorten, die über steigende Durchschnittspreise auch für höhere Wertschöpfung im Handel sorgen. Impulse erhält der Markt durch aktive Importeure, die ihre Whisky-Portfolios stetig ausbauen und durch Neuheiten und Spezialitäten aus aller Welt ergänzen.

Den grössten Mengenanteil am Whisky-Markt hielt im vergangenen Jahr laut Nielsen der amerikanische Bourbon mit fast 48 Prozent, gefolgt von Scotch mit 41 Prozent. Irischer Whiskey macht anteilsmässig auf dem deutschen Markt etwa neun Prozent aus, verzeichnet dabei aber das dynamischste Wachstum. Der Rest entfällt auf andere Herkunftsländer. Deutscher Whisky ist mit circa 150 000 Flaschen dabei ein Nischenprodukt, was allerdings aufgrund der jungen Disziplin «Deutscher Whisky» derzeit unter anderem an den geringen Stückzahlen und am Listungsverhalten des stationären deutschen LEH liegt. Dieser konzentriert sich eher auf die bekannten und volumenstärkeren Markenprodukte. Gleichwohl ist auch die internationale Fachwelt bereits auf deutschen Whisky aufmerksam geworden – allen voran der bekannte «Whisky-Papst» Jim Murray, der deutsche Whiskys in ihrer Qualität sehr positiv bewertet. In Deutschland gibt es nach Recherchen der überregionalen Presse aktuell bereits mehr als 300 Betriebe, die Whisky produzieren, darunter auch die «Number Nine Spirituosenmanufaktur » im thüringischen Eichsfeld sowie die «Hammerschmiede» im Harz mit der Marke «Glen Els». Einige sind schon seit Jahren erfolgreich am Markt, andere noch in der Versuchsphase. Der Verband Deutscher Whiskybrenner hat es sich zum Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz des deutschen Whiskys weiter zu steigern. Ähnlich umtriebig in Sachen Whisky-Destillation ist man in Österreich und auch in der Schweiz.

Barszene belebt den Handel

Als braune gereifte und hochprozentige Spirituose hat Whisky seinen Nachfrageschwerpunkt in der kälteren Jahreszeit. In der Regel ziehe der Absatz in den letzten Wochen des Jahres kräftig an, wobei sich das Kaufverhalten der Konsumenten auf Spirituosen fokussiere, die mit Freunden oder Familie zum Fest getrunken werden, heisst es bei Diageo. Gerade zum Jahresende sollte der Handel daher die Aufmerksamkeit mit attraktiven Geschenkepackungen und Promotions auf die Whisky-Regale und Zweitplatzierungen lenken, denn hochwertige Whiskys sind auch ein sehr beliebtes Weihnachtsgeschenk. Die grossen Whisky-Importeure wie etwa Beam-Suntory, Diageo, Diversa und weitere haben aktuell neue Produkte eingeführt und unterstützen den Handel zusätzlich mit exklusiven Geschenk-Aktionspackungen sowie On-packs.

Wie erfolgreich Promotions sein können, belegen Nielsen-Marktdaten am Beispiel einer bekannten Scotch-Whisky-Marke. In hochwertiger Präsentverpackung sind demnach laut einer Studie Mehrumsätze von bis zu 62 Prozent generiert worden. Interne Studien des Spirituosenherstellers Brown-Forman zeigen, dass sich bei einzelnen Whiskymarken des eigenen Portfolios sogar ein Mehrabsatz von bis zu 132 Prozent durch die Kombination aus Geschenkset, Zweitplatzierung und Handzettel erzielen liess.

Warenkunde

Beachten Sie auch die Warenkunde «Whisk(e)y» am Ende der Randspalte.  

 

Info

Schreibweise «Whisk(e)y»

  • Whisky: Schreibweise für die Spirituose schottischen, kanadischen, deutschen und japanischen Ursprungs. 
  • Whiskey: Schreibweise für die Spirituose irischen und amerikanischen Ursprungs. Der Einheitlichkeit halber hat sich das MARKANT Magazin für die Schreibweise «Whisky» entschieden, wenn die Kategorie im Gesamten gemeint ist. Gehen wir auf irischen oder amerikanischen Whiskey ein, passen wir die Schreibweise an.

Quelle: Duden, www.alkoblog.de  

 

Info

Weltweiter Vergleich – Top-Länder Umsatz

USA                        9176 Mio. Euro
Frankreich              2541 Mio. Euro
Grossbritannien      1483 Mio. Euro
Spanien                  1326 Mio. Euro
Kanada                   1112 Mio. Euro

Quelle: Statista, 2018

Umsatz-Ranking DACH-Region

Deutschland           886 Mio. Euro
Schweiz                  113 Mio. Euro
Österreich              58 Mio. Euro

Quelle: Statista, 2018

Mehr zum Artikel

Für Kenner und Geniesser: Der streng limitierte schottische Single Malt «The Glenlivet 12 yo» ist zum Jahresendgeschäft wieder verfügbar und kommt mit einem Tumbler in Geschenkverpackung in den Handel.

«Glenfiddich12», vielfach ausgezeichneter Single Malt Scotch Whisky, ist ab sofort in der Geschenkausstattung im Handel mit zwei Gläsern erhältlich.  

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